Peter Lehmann - Die Weine einer lebenden Legende
Peter Lehmann ist eine lebende Legende, und das nicht erst, seit seine Kellerei 2003, 2006 und 2008 bei der International Wine & Spirit Competition (IWSC) zum besten Erzeuger Australiens gewählt wurde.
Mit seiner außergewöhnlichen Entschlossenheit beeindruckte der Nachkomme preußischer Einwanderer bereits 1979. Er quittierte einen gut dotierten Job, weil er nicht bereit war, die Weinbauern des Barossa Valley, die ohnehin schon unter dem Preisverfall jahrelanger Überproduktion litten, mit einem noch niedrigeren Hungerlohn abzuspeisen. Stattdessen setzte Peter Lehmann, der von der Qualität des Rebgutes in seiner Heimat überzeugt und fest entschlossen war, dem Rest der Welt zu beweisen, wie gut australischer Wein sein konnte, alles auf eine Karte und gründete eine eigene Weinkellerei.
Den Winzern, die bereit waren, seiner kompromisslosen Qualitätsphilosophie zu folgen, zahlte er ein Mehrfaches des Marktpreises, verwandelte ihr Rebgut in bemerkenswerte Weine und seine Vision von Spitzenerzeugnissen aus dem Barossa Valley schon bald in die Wirklichkeit.
Peter Lehmanns Weine machten zuerst die internationale Weinkritik auf sich aufmerksam, dann den Weinhandel und schließlich den Weinkäufer. Die Peter Lehmann Winery wuchs rasch, ohne allerdings jemals an ihrem hohen Qualitätsanspruch zu rütteln. Heute zählen die Weine, die den Namen des deutschstämmigen Winemakers tragen, zu den beliebtesten Tropfen der Neuen Welt.
Peter Lehmann hat die Leitung der Kellerei vor einigen Jahren an seinen Sohn Doug übergeben. Doch noch immer, so Doug Lehmann, verlässt kein neuer Wein die Kellerei, der nicht die Zustimmung seines allgegenwärtigen Vaters findet. Gut, dass er sich dabei auch auf seinen Chief Winemaker Andrew Wigan verlassen kann, der 2003, 2006 und 2009 beim IWSC zum „Winemaker of the Year“ gekürt wurde.
Auszeichnung für sein Lebenswerk
Australiens Winzerlegende Peter Lehmann wurde am 2. September 2009 in London mit dem Preis der International Wine Challenge 2009 für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Mit dieser hohen Ehrung wurde die große Leistung Peter Lehmanns für die australische Weinwirtschaft gewürdigt.
Ein Glücksfall für das Barossa Valley.
Das Barossa Valley ist ein malerisches Tal mit sanft geschwungenen Hügeln gut eine Autostunde nördlich von Adelaide. Es wurde 1842 von Einwanderern besiedelt, die zum größten Teil aus Preußen und Schlesien stammten. Auf ihrer Flucht vor religiöser Vereinnahmung brachten sie die ersten Weinreben nach Australien. Ihr Erbe ist sowohl an den lutherischen Kirchturmspitzen als auch an deutschen Namen wie jenem von Peter Lehmann deutlich zu erkennen. Weinautor André Dominé legt in seinem Standardwerk „Wein“ dar, dass Peter Lehmann den raschen Aufstieg des Barossa Valleys zu einem der berühmtesten Weinbaugebiete der Welt durch sein entschlossenes Handeln Anfang der 80er Jahre überhaupt erst möglich gemacht hat.
Das Rebgut für die Weine der Peter Lehmann Winery stammt von 185 meist kleinen Winzern im Barossa Valley, die ihre Weinberge zum Teil schon in fünfter oder gar sechster Generation bewirtschaften. Das versetzt die Winemaker bei Peter Lehmann in die angenehme Situation, ihre Trauben aus über 900 unterschiedlichen Lagen aussuchen zu können, die sie in jahrelanger Arbeit nach Bodentyp, Mikroklima und individuellem Geschmacksprofil katalogisiert haben. Bei der Mehrzahl der Weinberge handelt es sich um lang gewachsene Weingärten, deren Reben zwischen 20 und über 100 Jahre alt sind. Beim Qualitätsmanagement im Weinberg werden die Winzer von einem Team unter der Leitung von Chefagronom Peter Nash unterstützt. Gemeinsam kontrolliert man Erträge und Reife, um ausschließlich Trauben von optimaler Qualität lesen zu können.