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Was ist Grappa?
Grappa ist ein traditionsreicher Tresterbrand, der schon im 15. Jahrhundert in Italien hergestellt wurde. Er zählt zu den wenigen Spirituosen, die ausschließlich aus den Rückständen von Weintrauben gebrannt werden – dem sogenannten Traubentrester oder einfach nur Trester. Dabei handelt es sich um die Schalen, Kerne und Stiele der Weintrauben, die nach dem Pressen der Weintrauben übrigbleiben. Seit 1989 darf nur italienischer Tresterbrand unter der Bezeichnung »Grappa« verkauft werden.
Die Beschränkung auf Trester als einzigen Rohstoff verleiht Grappa seinen charakteristischen Geschmack und unterscheidet ihn maßgeblich von anderen Bränden. Trotzdem variieren verschiedene Grappe deutlich im Geschmack – mal fruchtig und mild, mal kräftig und würzig. Entscheidend sind die Region, Rebsorte und Herstellungsverfahren hinter den Destillaten. Zugleich spiegelt Grappa die Vielfalt der italienischen Weinlandschaft wider: Traditionell stammen viele hochwertige Produkte aus dem Piemont, dem Trentino oder Venetien.
Grappa-Herstellung: So entsteht der edle Tresterbrand
Die Herstellung des Grappa beginnt dort, wo die Trauben für den Wein schon alles gegeben haben, nämlich ihren Saft. Was übrig bleibt, heißt Trester und sind Pressrückstände wie Schalen, Kerne und Stiele. Diese werden von Destillerien weiterverarbeitet zu Grappa. Dessen Qualität hängt maßgeblich von der Frische und Auswahl des Tresters ab. Nur wenn die Verarbeitung unmittelbar nach der Weinlese erfolgt, bleiben die wertvollen Aromen erhalten. Besonders wichtig: Der Trester darf noch nicht gären. Das ist gesetzlich geregelt und sichert die hohe Qualität des italienischen Tresterbrands.

In der Brennerei übernehmen erfahrene Brennmeister die Destillation, meist in kleinen Kupferkesseln. Das Verfahren kann diskontinuierlich oder kontinuierlich erfolgen:
- Beim diskontinuierlichen Brennen füllt der Brennmeister den Brennkessel mit einer genau bemessenen Menge Traubentrester. Anschließend wird der Kessel erhitzt und die Destillation beginnt. Danach wird der Kessel geleert, gereinigt und erneut befüllt – der Vorgang erfolgt also chargenweise. Beim diskontinuierlichen Brennen kommen meist traditionelle Kupferbrennblasen (Pot Still) zum Einsatz, wobei der Brennmeister den Prozess individuell steuern kann. Das Ergebnis sind besonders aromatische und charaktervolle Destillate, wie sie für hochwertigen Grappa üblich sind.
- Im Gegensatz dazu läuft die kontinuierliche Destillation in einer Brennkolonne (Column Still) ohne Unterbrechung ab: Frischer Trester wird ständig zugeführt und das fertige Destillat kontinuierlich entnommen. Dieses Verfahren ist effizienter und wird häufig für die industrielle Herstellung einfacher Grappe verwendet, da es größere Mengen herzustellen in kürzerer Zeit ermöglicht.
Kurzum: Bei handwerklich hergestellten Grappe arbeiten die Destillerien meist im diskontinuierlichen Brennverfahren. Nach der Destillation lagern die Hersteller das sogenannte Rohdestillat in Edelstahltanks oder Holzfässern. Letzteres ist ein besonderes Qualitätsmerkmal für gereifte Varianten wie die Grappa Riserva.
Sorten, Aromen und Besonderheiten von Grappa
- Junger
Grappa (Giovane)
Diese klare, ungereifte Variante wird direkt nach der Destillation abgefüllt und überzeugt mit einem frischen Charakter. Im Vordergrund stehen die fruchtigen Aromen des Traubentresters. - Grappa
Riserva
Nach einer mindestens 18-monatigen Reifung in Holzfässern entfaltet diese Variante ein deutlich komplexeres Aromenprofil. Oft treten Vanille, Nuss und getrocknete Früchte hervor, begleitet von einer angenehmen Weichheit und Tiefe, die eine Grappa Riserva bei Kennern besonders beliebt macht. - Grappa di Amarone
Diese edle Spezialität wird aus dem Trester des Rotweins Amarone gewonnen. Das Resultat ist ein vollmundiger, intensiver Grappa mit eleganter Struktur und tiefem, lang anhaltendem Aroma – etwa von Gewürzen, Nussschalen und Honig. Ein echtes Highlight für anspruchsvolle Genießer. - Grappa Stravecchia
Ein besonders lang gereifter Grappa, der meist deutlich über 18 Monate im Holzfass liegt. Diese Variante zeichnet sich durch ihren runden, weichen Geschmack und ein holzbetontes Aromenspektrum aus, das an Karamell, Gewürze und reife Früchte erinnert. - Grappa Monovitigno
Ein Grappa, für den die Brennereien eine einzige Traubensorte verwenden. Typische Rebsorten sind etwa Moscato, Nebbiolo oder Barbera. Die Reinheit von Monovitigno-Grappa bringt den typischen Charakter seiner Rebsorte zur Geltung.
Du siehst: Die Vielfalt von Grappa reicht von jungen, klaren Destillaten bis hin zu gereiften, komplexen Varianten mit intensiven Aromen. Die Unterschiede ergeben sich aus der Auswahl des Tresters, der verwendeten Traubensorte, dem Brennverfahren sowie aus der Art und Dauer der Reifung. Wer Grappa kaufen möchte, kann also aus einem breiten Spektrum wählen. Auch regionale Spezialitäten wie Amarone Grappa tragen zur Vielfalt bei.
So erkennst du hochwertigen Grappa
Ein wichtiges Qualitätsmerkmal bei Grappa ist die Art der Herstellung: Im diskontinuierlichen Brennverfahren hergestellter Grappa erfordert eine größere handwerkliche Expertise und Aufmerksamkeit durch den Brennmeister. Außerdem sind hier die Chargen kleiner, was die Abfüllungen besonders edel macht.
Hinzu kommt die Reifezeit. Ein junger Grappa Giovane ist schneller produziert als ein 18 Monate gereifter Stravecchia. Je höher die Reifezeit, desto komplexer und hochwertiger ist in der Regel auch das Endergebnis. Dieser Unterschied spiegelt sich dann auch im Preis wider:
- Hochwertigen Grappa im Einsteiger-Segment erhältst du bereits ab etwa 16 € in der üblichen 0,7-Liter-Flasche. Das entspricht einem Literpreis von rund 23 €.
Wenn du dich schon etwas besser auskennst und komplexere Grappa-Varianten suchst, sind gereifte Sorten deine Wahl.
- Eine erstklassige Grappa Riserva bekommst du meist in kleineren Chargen in der edlen 0,5-Liter-Flasche ab ungefähr 24 € (Literpreis: ca. 48 €).
- Mit dem Grappa Amarone bist du im Premium-Segment angekommen. Hier kannst du mit rund 48 € für die Halbliterflasche rechnen, also mit einem Literpreis von rund 96 €.
Bedenke bei der Wahl, dass ein teurer Grappa nicht automatisch deinen persönlichen Geschmack treffen muss. Am besten verstehst du den Kaufpreis als einen Indikator für Qualität und verlässt dich ansonsten auf deinen Geschmack.
So trinkst und lagerst du Grappa richtig
Achte beim Genuss von Grappa zunächst auf das richtige Glas, damit die Spirituose ihr volles Aroma entfalten kann. Idealerweise nutzt du ein spezielles Grappa-Glas – auch als »Nosing-Glas« bekannt. Dessen Form ist tulpenförmig und verjüngt sich nach oben. Auf diese Weise konzentrieren sich die feinen Duftstoffe und das Bukett kommt optimal zur Geltung. Alternativ eignen sich auch kleine Schwenker, wie sie für manche Edelbrände verwendet werden. Verzichten solltest du hingegen auf Schnapsgläser: Sie lassen die Aromen schnell verfliegen, bevor du sie überhaupt wahrnimmst.
Die optimale Trinktemperatur für Grappa liegt zwischen 12 und 16°C. Junge Grappe kannst du etwas kühler servieren, während gereifte Varianten wie eine Grappa Riserva bei leicht erhöhter Temperatur ihr ganzes Aromenspektrum zeigen.
Bei der Lagerung gilt: Grappa ist grundsätzlich lange haltbar und verliert nicht an Qualität, solange er gut verschlossen, kühl und dunkel gelagert wird. Geöffnete Flaschen sollten ebenfalls vor Licht und Hitze geschützt werden – idealerweise in der Originalverpackung oder in einer geschlossenen Hausbar.

Cocktails mit Grappa: 3 beliebte Rezepte
Lust auf einen mediterranen Cocktail? Grappa eignet sich wunderbar für kreative Mischungen und ist dabei immer wieder für eine Überraschung gut – zum Beispiel, indem du klassische Cocktail-Rezepte leicht abwandelst. Unsere drei liebsten Grappa-Cocktails haben wir hier für dich zusammengefasst.
Grappa Sour
Die italienische Antwort auf den Whiskey Sour – fruchtig, frisch und mit individueller Note.

- 5 cl Grappa
- 3 cl Zitronensaft (frisch gepresst)
- 2 cl Zuckersirup
- optional: 1 Eiweiß (für mehr Cremigkeit)
- Eiswürfel
- Alle Zutaten ohne Eis in einen Shaker geben und kräftig mixen.
- Eis hinzufügen und kurz erneut shaken.
- In ein gekühltes Grappa-Glas oder Tumbler abseihen.
Espresso Grappa Martini
Die etwas andere Variante des beliebten After-Dinner-Drinks: mit Grappa statt Vodka. Unsere Empfehlung für alle Kaffeeliebhaber.

- 4 cl Grappa
- 3 cl frischer Espresso
- 2 cl Kaffeelikör (z. B. Caffè Borghetti)
- Eiswürfel
- optional: Kakaopulver oder Kaffeebohnen (Garnitur)
- Grappa, Espresso und Kaffeelikör mit Eis im Shaker gut mixen.
- In ein gekühltes Martiniglas abseihen.
- Mit Kakaopulver oder einer Kaffeebohne garnieren.
Italian Mule
Ein mediterraner Twist des Moscow Mule – herb, spritzig und selbst für viele Cocktail-Profis eine neue Erfahrung.

- 5 cl Grappa
- 1 cl Limettensaft
- Ginger Beer (zum Auffüllen)
- Eiswürfel
- Gurken- oder Limettenscheibe (Garnitur)
- Grappa und Limettensaft in ein Longdrinkglas oder Kupferbecher geben.
- Eiswürfel hinzufügen und mit Ginger Beer auffüllen.
- Mit einer Gurken- oder Limettenscheibe dekorieren.
Unsere Empfehlungen: Grappa-Marken von Weltklasse
- Sibona ist eine der ältesten Destillerien des Piemont – bekannt für sortenreine Grappe und lange gereifte Riserva-Qualitäten. Bei den »Meininger International Spirit Awards« (ISW) konnte die Destillerie im Jahr 2020 insgesamt 10 Gold- und 4 Silbermedaillen gewinnen. Eine klare Kaufempfehlung.
- Die Edelbrennerei Walcher ist ein Familienbetrieb aus Südtirol, bei dem ökologischer Anbau und feine Brände mit klarem Charakter im Mittelpunkt stehen. Ein Markenzeichen von Walcher ist die schonende Alterung in Fässern, die auch ihren Grappa besonders sanft und ausgewogen macht.
- Das Weingut Masi im norditalienischen Valpolicella hat sich mit seinem erstklassigen Amarone-Wein einen Namen gemacht. Seinen Grappa Amarone Mezzanella stellt Masi aus denselben hochwertigen Trauben her – intensiv, elegant und besonders harmonisch.
- 1898 gegründet, gehört die Grappa-Brennerei Candolini heute zu Fratelli Branca. Unverändert ist der hohe Qualitätsanspruch der Mailänder Destillerie, die für raffinierte und gut ausbalancierte Grappe mit kraftvollem Profil steht. Hier bekommst du hochwertige Destillate zu einem hervorragenden Preis – in den Varianten Classica oder Bianca.
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Du suchst einfach einen guten Grappa zum Einschenken beim nächsten Besuch? Oder soll es eine exklusive Grappa Riserva für einen guten Freund sein? Bei Club of Wine findest du eine große Vielfalt mit hochwertigen Produkten zu fairen Preisen. Dank nur 2,89 € Versandkosten und einem 30-tägigen Rückgaberecht bei Nichtgefallen bestellst du bei uns entspannt und sicher.
FAQ – Häufige Fragen zu Grappa
Für rund 4.000 € in der 0,7-Liter-Flasche gehört der Grappa Barolo Cristallo Oro aus dem Hause Marolo zu den teuersten Grappe der Welt.
Hochwertigen Grappa erkennst du an seinem klaren, harmonischen Duft und einem ausgewogenen Geschmack ohne stechenden Alkoholton. Auch die Herstellung im diskontinuierlichen Brennverfahren (Kupferbrennblase) sowie der Preis sind wichtige Indikatoren. Einen guten Grappa findest du bereits ab 16 €. Bei länger gereiftem Grappa sind allerdings auch 100 € oder mehr keine Seltenheit.
Grappa trinkst du idealerweise aus einem tulpenförmigen Nosing-Glas bei 12 bis 16°C. So können sich die Aromen optimal entfalten. Länger gereifte Sorten trinkt man tendenziell etwas wärmer, junge Grappe etwas kühler.
Einsteiger-Grappe gibt es ab ca. 16 € für eine 0,7-Liter-Flasche. Eine edle Grappa Riserva gibt es ab etwa 24 € für die übliche 0,5-Liter-Abfüllung. Im Premium-Segment – etwa bei Grappa di Amarone – liegst du bei rund 48 € für eine Halbliterflasche, wobei die Preisgrenze nach oben offen ist.
Der Grappa di Barolo Invecchiata von Sibona gehört mit Sicherheit zu den besten Grappe der Welt. Dafür spricht etwa die Gold-Auszeichnung beim »International Spirits Award« und der Preis als »Destillateur des Jahres« für Sibona bei der »International Wine & Spirit Competition«.