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Feinherb verstehen: Wo der Stil herkommt und warum er überzeugt
Feinherb – das klingt doch schon sympathisch, oder? Ein feinherber Wein hat eine dezente Süße, die nicht aufdringlich ist, sondern schön ausbalanciert. Die Bezeichnung stammt übrigens von Winzern an der Mosel, die genau dieses feine Spiel zwischen Süße und Säure perfektioniert haben. Feinherb passt zu allem – vom entspannten Feierabend bis zum gemütlichen Dinner mit Freunden. Wenn du also Lust auf einen Wein hast, der weder knochentrocken noch süß ist, dann probier’s aus. Vielleicht wird es ja dein neuer Favorit!
Was ist feinherber Wein?
Der Begriff »feinherb« beschreibt eine in Deutschland gängige Geschmacksangabe für Weine, die hinsichtlich ihrer Restsüße oberhalb von klassisch trocken (9 Gramm Restzucker/Liter), aber unterhalb der meisten halbtrockenen Weine liegen, die bis zu 18 Gramm Restzucker/Liter haben können.
Rechtlich ist »feinherb« allerdings nicht definiert. Genau diese fehlende gesetzliche Festlegung verschafft Winzern Spielraum, einen Wein als »feinherb« zu bezeichnen, wenn er sensorisch zwischen trocken und halbtrocken liegt und die Stilistik einen ausgewogenen Restzuckergehalt zeigt. Damit ist auch die Frage geklärt, ab wann ein Wein als feinherb gilt: Wenn der Erzeuger die Balance aus Restsüße und Säure so einstuft, dass sie weder streng trocken wirkt noch die typische Süße eines halbtrockenen Weins erreicht – obwohl der Wein per Gesetz als halbtrocken einzustufen wäre.
Entstanden ist der Begriff in einer Phase, in der sich die Nachfrage in Deutschland stark in Richtung trockener Weine bewegte. In den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren standen viele Winzer – insbesondere an der Mosel – vor der Herausforderung, dass traditionelle Weine mit natürlicher Restsüße immer weniger Beachtung fanden.
Um diesen Stil wieder attraktiver zu machen und sich vom damals wenig beliebten Begriff »halbtrocken« zu distanzieren, begann eine Gruppe von Mosel-Weingütern damit, »feinherb« als freiwillige Geschmacksangabe zu verwenden. Die Bezeichnung setzte sich rasch durch und fand anschließend in vielen weiteren deutschen Weinregionen Verwendung. Heute taucht sie nicht nur bei Rieslingen, sondern bei Weißwein, Rotwein und Rosé unterschiedlichster Rebsorten auf.
Kurz gefasst: Feinherbe Weine bieten oft ein angenehmes Verhältnis zwischen Säure und Restzucker. Daher greifen viele Genießer zu diesen Weinen, wenn sie harmonische Alternativen suchen, die nicht so trocken wirken wie klassischer trockener Wein, aber dennoch klarer strukturiert sind als halbtrockene oder liebliche Weine.
Wie schmeckt feinherber Wein?
Feinherber Wein zeigt typischerweise eine fruchtige Aromatik, gestützt von einer moderaten Süße und erfrischenden Säure. Dadurch wirkt er zugänglich und ausbalanciert. Weißweine mit von Natur aus hohen Säurewerten wie Riesling profitieren besonders von dieser Stilistik, aber auch Rosé und Rotwein – etwa Dornfelder oder Spätburgunder – sind als feinherbe Varianten beliebt.
Die Weine schmecken dann für gewöhnlich üppiger als trockene Weine, aber nicht so süß, wie die meisten halbtrockenen.
Tipp: Probiere feinherben Wein zu Kürbis-Gnocchi mit Salbei und Chili
Ein feinherber Wein harmoniert überraschend gut mit Kürbis-Gnocchi, die in Butter mit frischem Salbei geschwenkt und mit einer Prise Chili verfeinert werden. Die fruchtige Art und der moderate Restzuckergehalt unterstützen die natürliche Süße des Kürbisses, ohne das Gericht zu beschweren. Zugleich puffert der Wein die leichte Schärfe des Chilis angenehm ab und sorgt dafür, dass sich Kräuteraromen wie Salbei elegant entfalten. Besonders Riesling von der Mosel zeigt hier seine Stärken: Er bringt Frische zu dem cremigen Gericht und setzt zugleich aromatische Akzente.

Empfehlung: Drei großartige feinherbe Weine
• Markus Molitor Zeltinger »Himmelreich« Riesling Kabinett
Ein klassischer Mosel-Riesling mit animierender Frische, ausgeprägter Frucht und einer Spur Süße. Dieser Riesling zeigt, warum die Mosel für den Riesling und den präzisen Stil ihrer Weingüter geschätzt wird. Ideal für alle, die feinherben Wein mit klarer Struktur suchen.
• Trenz »Urgestein« Rosé Feinherb
Ein fruchtiger Rosé mit viel Trinkfreude, getragen von einer feinen
Restsüße und Noten roter Früchte. Die harmonische Balance macht ihn zu einem
vielseitigen Begleiter im Alltag und unterstreicht den Ansatz des Winzers Michael Trenz,
moderne Rosé-Weine mit zugänglicher Art zu erzeugen.
• Fantini »Three Dreamers« Montepulciano Appassimento
Ein feinherber Rotwein, der aus teilweise angetrockneten Trauben gewonnen wird. Dadurch erhält er eine üppige Aromatik mit sanfter Süße und runden Tanninen. Ein Wein für alle, die einen fruchtigeren Rotwein mit betonter Restsüße bevorzugen.
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FAQ – Häufige Fragen zu feinherbem Wein
Ein Wein gilt als feinherb, wenn der Winzer ihn aufgrund seiner Balance von Restsüße und Weinsäure zwischen trocken und halbtrocken einordnet.
Feinherber Wein schmeckt fruchtig, ausgewogen und etwas süßer als trocken, jedoch deutlich frischer und weniger süß als lieblich.
Liebliche Weine haben eine deutlich höhere Restsüße, während feinherbe Weine eine nur leichte Süße bei guter Frische bieten.
Feinherb liegt geschmacklich zwischen trocken und halbtrocken. Die Bezeichnung ist nicht gesetzlich festgelegt, beschreibt aber diese sensorische Mitte. Rechtlich sind die Weine streng genommen als halbtrocken einzustufen.