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Portwein

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Portugiesisches Kulturgut

Du hast Lust auf etwas Besonderes im Glas? Etwas sehr Kraftvolles, das trotzdem noch nach Wein schmeckt? Dann ist Portwein genau das Richtige für dich. Diese Spezialität kommt aus Portugal, ist deutlich stärker als normaler Wein – und steckt voller Überraschungen. Egal, ob du schon Fan bist oder zum ersten Mal probieren willst: Bei uns findest du Portwein in großer Auswahl für entspannte Abende, gute Gespräche und besondere Momente.


Port: Der berühmte Likörwein aus Portugal

Portwein ist ein hochprozentiger, aromatischer Likörwein, der aus dem sonnenverwöhnten Douro-Tal im Norden Portugals stammt – einem der ältesten klassifizierten Weinbaugebiete der Welt. Doch was ist Portwein eigentlich genau? Es handelt sich um einen aufgespriteten Wein. Das heißt, während der Gärung wird ein hochprozentiger Weinbrand zugegeben, der die Gärung stoppt. Dadurch bleibt ein Teil des natürlichen Restzuckers erhalten und der Alkoholgehalt steigt auf etwa 19 bis 22% an.

Das Ergebnis: ein besonders intensiver und langlebiger Wein mit einer einzigartigen Aromenfülle. Anders als beim Sherry, der aus Andalusien stammt und oft oxidativ, also mit Sauerstoffkontakt, ausgebaut wird, liegt der Fokus beim Port auf Frucht, Süße und Tiefe – je nach Stil und Reifung sind diese Merkmale unterschiedlich ausgeprägt.

Die Bezeichnung »Portwein« ist übrigens geschützt und darf nur für Produkte aus der Region rund um die Stadt Porto verwendet werden. Und um gleich eine häufige Frage zu klären: Portwein und Port sind keine unterschiedlichen Getränke – »Port« ist lediglich die portugiesische Bezeichnung für den berühmten Wein. Ein hervorragendes Beispiel für die große Tradition des Port ist die Casa Ferreirinha, die seit 1751 existiert und deren vielfältiges Sortiment noch heute regelmäßig ausgezeichnet wird.


Typische Rebsorten für Portwein

Die Vielfalt des Portweins beginnt schon im Weinberg: Mehr als 80 verschiedene Rebsorten sind für die Herstellung zugelassen – doch nur wenige davon sind wirklich bekannt. Besonders wichtig ist die Touriga Nacional, die als edelste und aromatischste Rotweinsorte Portugals gilt. Sie bringt kräftige Tannine, eine dunkle Frucht und Struktur in den Wein. Daneben sorgen Touriga Franca und Tinta Roriz – besser bekannt als Tempranillo – für Würze, Dichte und Eleganz im Glas.

Weitere typische Rebsorten sind Tinta Cão und Tinta Barroca. Sie ergänzen das Aromenspektrum und sorgen für Balance und Reifepotenzial. Für weißen Portwein werden helle Sorten wie Malvasia Fina, Códega oder Rabigato verwendet. Sie bringen florale Noten, Frische und eine angenehme Säure mit. Je nach Stil und Winzerhandschrift können die Zusammensetzungen stark variieren. Viele Portweine stammen zudem von alten Rebstöcken aus sogenannten »Field Blends«, bei denen mehrere Rebsorten gemeinsam im Weinberg wachsen und verarbeitet werden – ein echtes Spiegelbild portugiesischer Weintradition.

Die Herstellung von Portwein

Die Herstellung von Portwein ist ein traditionsreiches Handwerk mit jahrhundertealter Geschichte – und sie unterscheidet sich deutlich von der klassischer Weine. Der entscheidende Unterschied liegt in der Aufspritung, die dem Portwein seinen unverwechselbaren Charakter, hohen Alkoholgehalt und seine natürliche Restsüße verleiht. Aber auch die Lagerung in Fass oder Flasche spielt eine große Rolle für den Stil und die spätere Aromatik.

Portwein über Porto in der Hand

Hier die Schritte der Herstellung im Überblick:

  • Traubenernte: Traditionell werden die reifen Trauben von Hand gelesen. Häufig stammen sie aus alten Rebstöcken im Douro-Tal, unter anderem von Sorten wie Touriga Nacional, Touriga Franca oder Tinta Roriz (auch bekannt als Tempranillo).
  • Maischegärung: Die Beeren werden sanft angequetscht und vergären mit der Schale, um Farbe und Tannine zu extrahieren. Manche Produzenten setzen noch heute auf das Untertauchen der Schalen durch klassisches Stampfen mit den Füßen.
  • Aufspritung mit Weindestillat: Noch während der Gärung wird ein 77%iger Weinbrand (Aguardente) hinzugefügt. Der hohe Alkohol tötet die Hefen ab, wodurch die Gärung abrupt gestoppt wird und eine hohe Menge an Restzucker übrig bleibt. Auf diese Weise entsteht der hochprozentige und gleichzeitig süße Portwein.
  • Reifung: Je nach Stil reift Portwein in großen oder kleinen Fässern aus Holz. Manche Weine lagern nur wenige Monate oder Jahre, andere über Jahrzehnte. Die Lagerung beeinflusst Farbe, Geschmack und Komplexität erheblich.
  • Abfüllung und Klassifizierung: Nach der Reifung wird der Port in Flaschen gefüllt und entsprechend seines Stils klassifiziert – als Ruby, Tawny, LBV, Vintage, White oder Rosé Port.

Stile und Qualitätsstufen von Portwein

Von fruchtig und jung bis edel und gereift: Portwein gibt es in verschiedenen Stilen und Qualitätsstufen – jede mit eigenem Charakter, Reifepotenzial und Anlass. Die Wahl des »besten Portweins« hängt dabei stark vom persönlichen Geschmack ab. Du magst es fruchtbetont? Dann ist ein Ruby Port genau das Richtige. Doch lieber weich und gereift? Dann könnte ein Tawny Port dein Favorit sein. Wenn du etwas Besonderes suchst, wirst du bei den seltenen Vintage Ports fündig – sie zählen zu den teuersten Portweinen der Welt. Und der »beste Portwein in Portugal«? Den einen gibt es nicht. Dafür aber viele exzellente Produkte, etwa von namhaften der Produzenten wie der Casa Ferreirinha, der Quinta Dos Murças oder Osborne.

Hier eine Übersicht über die verschiedenen Portwein-Stile:


Stil

Beschreibung

Ruby Port

Jung und fruchtbetont, mit intensiver rubinroter Farbe und kräftigen Beerenaromen. Ideal für Einsteiger und den unkomplizierten Genuss.

Tawny Port

Mindestens 6 Jahre im Holzfass gereift, oft mit Altersangabe (10, 20, 30 oder 40 Jahre). Bernsteinfarben, nussige Aromen, samtig, oxidativer Stil.

White Port

Aus weißen Rebsorten gekeltert, meist fruchtig-frisch oder leicht gereift. Ideal für Cocktails oder als Aperitif.

Rosé Port

Moderne Variante mit kurzer Maischestandzeit. Fruchtig, frisch. Gut gekühlt der perfekte Sommerdrink.

Late Bottled Vintage (LBV)
Jahrgangsport mit längerer Fassreife (4 – 6 Jahre), trinkreif bei Verkauf, gute Alternative zum Vintage Port mit moderaterem Preis.

Vintage Port

Der König unter den Portweinen. Er wird nur in exzellenten Jahrgängen erzeugt, unfiltriert abgefüllt und reift über Jahre in der Flasche. Sehr lange   lagerfähig und komplex.

Der Geschmack von Portwein: Mehr als nur süß

Wer glaubt, Portwein sei einfach nur süß, wird beim ersten bewussten Probieren überrascht sein: Portwein ist ein wahres Aromenspektakel. Je nach Stil, Rebsorte, Fassreife und Alter zeigen sich völlig unterschiedliche Geschmacksbilder – von beerig-fruchtig und samtig bis hin zu nussig und würzig. Ein junger Ruby Port bringt intensive Noten von dunklen Beeren, Pflaumen und Schokolade mit sich, während ein gereifter Tawny Port mit Aromen von Nüssen, Karamell, Trockenfrüchten und Vanille glänzt – geprägt durch die jahrelange Reifung im Holzfass. Auch weißer Port, oft leicht gekühlt serviert, überrascht mit floralen Noten, feiner Süße und dezenten Zitrusaromen.

Spannend wird es auch beim Foodpairing: Roter Portwein passt hervorragend zu kräftigem Blauschimmelkäse, Bitterschokolade, Wildgerichten oder sogar Desserts mit Karamell und Nüssen. In Cocktails sorgt vor allem White Port mit Tonic für erfrischende Überraschungen – perfekt für einen lauen Abend auf dem Balkon oder für die nächste Party.

Ideale Trinktemperatur und Lagerung

Die richtige Trinktemperatur bringt die vielschichtigen Aromen eines Portweins optimal zur Geltung. Doch Achtung, sie variiert je nach Stil: Ruby Port und Vintage Port entfalten ihre volle Kraft bei etwa 16 bis 18 °C, während ein Tawny Port gerne etwas kühler bei rund 12 bis 14 °C serviert wird. Weißer Portwein und Rosé Port schmecken besonders gut, wenn sie gekühlt bei 8 bis 10 °C ins Glas kommen. Die meisten Portweine eignen sich hervorragend als Digestif, doch mit der richtigen Temperatur werden sie auch zu vielseitigen Begleitern von Käse, Schokolade oder kräftigen Speisen.

Portwein in Gläsern

Auch bei der Lagerung von Portwein sollte man den Stil berücksichtigen: Ungeöffnete Flaschen – vor allem gereifte Varianten wie Tawny oder LBV – lassen sich über Jahre hinweg lagern, wenn sie kühl, dunkel und liegend aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen hält sich ein Ruby Port mehrere Wochen, während ein gereifter Tawny sogar deutlich länger genießbar bleibt. Vintage Ports hingegen sollten nach dem Öffnen und Dekantieren möglichst bald getrunken werden. Geöffnete Flaschen sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden, das hält den Wein länger frisch.


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FAQ – Häufige Fragen zu Portwein

Welches ist der beste Portwein?

Das hängt ganz von deinem Geschmack ab: Wer komplexe, lagerfähige Weine sucht, greift zu einem Vintage Port. Für samtige Reife und nussige Aromen ist ein Tawny Port mit Altersangabe (z. B. 20 Jahre) ideal. Als fruchtiger Einstieg eignet sich ein Ruby Port. Viele Weinkenner schwören zudem auf Spitzenhäuser wie Quinta Dos Murças oder Osborne.

Was ist der teuerste Portwein?

Die teuersten Portweine sind oft extrem seltene Vintage Ports aus legendären Jahrgängen wie 1963 oder 1945. Einzelne Flaschen erzielen auf Auktionen Preise von mehreren Tausend Euro. Auch limitierte Sondereditionen von Top-Produzenten gehören zur Luxusklasse.

Wie trinkt man Portwein richtig?

Je nach Stil variiert die ideale Trinktemperatur: Ruby und Vintage bei 16 – 18 °C, Tawny bei 12 – 14 °C, White und Rosé bei 8 – 10 °C. Portwein wird meist in kleinen Weingläsern serviert – ob pur, zum Dessert oder als Begleiter zu Käse und Schokolade. White Port schmeckt auch hervorragend als Longdrink mit Tonic.

Sind Portwein und Porto das Gleiche?

Ja, im Prinzip schon. »Porto« ist einfach die portugiesische Bezeichnung für Portwein. Der Name leitet sich von der Hafenstadt Porto ab, von wo aus die Weine traditionell verschifft wurden. Heute dürfen nur Weine aus dem Douro-Tal diese geschützte Herkunftsbezeichnung tragen.